Musik, Musik aus alten Trichtern!

Grammophon ca. 1902
Pahé Lumiere ca. 1920

Zeittafel der Grammophongeschichte

1877Charles Cros verfasste eine Denkschrift über die mechanische Gravur von Schallschwingungen.
1877Thomas Alva Edison erfand den «Tin-Foil-Phonographen» (Tiefenschrift).
1886Graham Bell und Charles Summer Tainter brachten ein Diktaphon «Graphaphon» auf den Markt mit Wachsrollen (wachsüberzogene Papprollen). Ebenfalls Gründung der Firma «Columbia».
1887Emil Berliner machte die Erfindung des Grammophons und der Schallplatte (Seitenschrift. Zinkblech geätzte Rille).
1888Edison verbessert die Phonographenwalze. Das Material war nun aus Wachs und Stearin (Durchmesser 5,5 cm, Länge 105 cm und ergab bei 120 Umdrehungen pro Minute eine Spieldauer von etwa 2 Minuten).
1889Emil Berliner vergibt Lizenz. Die ersten handbetriebenen Plattenspieler werden in Deutschland hergestellt.
1893Emil Berliner gründet in den USA Produktions- und Vertriebsfirmen.
1896Das Grammophon bekommt einen Federwerksantrieb (Patent von Eldridge R. Johnson).
1897Beginn der Herstellung von Schallplatten (Schellack. feines Gesteinsmehl).
1898Emile Berliner gründet mit seinem Bruder Joseph in Hannover die «Deutsche-Grammophon» Fabrik zur Versorgung Europas mit Schallplatten und Abspielgeräten. Weltpremiere der Massenherstellung des neuen Tonträgers.
1898Ebenfalls Gründung der «Gramophone Company» in London.
1898Besonders populär war der Phonograph «Edison Standard», der in verschiedenen Varianten für 2 Minuten Walzen fabriziert wurde.
1898Der Däne Valdemar Pulsen meldet sein «Telegraphon» zum Patent an. Der tönende Draht war der Wegbereiter zum heutigen Tonband.
1900Um die Spieldauer zu verlängern. wurden auch «Konzert-Walzen» mit vergrössertem Durchmesser hergestellt.
1900Gerichtliche Verfügung gegen Berliner. dass er nicht einmal mehr seine eigene Erfindung nutzen durfte.
1901Erste Schweizer Schallplattenaufnahmen durch Fred W. Gaisberg.
1901Gründung der «Victor Ta1king Machine Company» durch Berliners Mitarbeiter Eldridge R. Johnson.
1902Enrico Caruso macht seine ersten Schallplattenaufnahmen. Die Schallplatte wird salonfähig. Ebenfalls löst das Wachsplattenaufnahmeverfahren das ursprüngliche Zinkätzverfahren ab.
1902Erste Zürcher Schallplattenaufnahmen im Hotel «Baur en Ville» am Paradeplatz.
1903Die Abspielgeräte haben Hohltonarme. durch die der Schall von der zum Nadelwechsel hochklappbaren Schalldose zum Trichter geführt wird.
1903Stellt Edison mit Goldelektroden unter Hochspannung Gussmatrizen- von Wachsoriginalen her und verbessert auch die Wachsmischung. Gleichzeitig wird die Umdrehungsgeschwindigkeit von 120 auf 160 UpM erhöht.
1904Tagesproduktion der Schallplattenfabrik in Hannover beträgt 25 000 Platten. Die ersten doppelseitig bespielten Schallplatten erscheinen auf dem Markt.
1908Erstmals kommen 4-Minuten-Zylinder die sog. «Amberolwalzen» auf den Markt.
1912Edison konstruierte seinen letzten Trichterphonographen, den «Edison Opera Phonograph».
1917Erste Jazz Schallplattenaufnahme durch die Firma «Victor» mit weissen Musikern. den «Original Dixieland Jazz Band»; die den Livery Stable Blues einspielten.
1919Kriegsfolgen und Rohstoffschwierigkeiten reduziert die Schallplattenfertigung auf 1 Million Stück im Jahr. (1907: 6 Millionen). Gründung der ersten Schweizer Schallplattenfirma: Die «Tonkunstplatten Gesellschaft».
1922Tonkunstplatten-Gesellschaft: keine weiteren Schallplatten werden mehr produziert.
1923Entwicklung einer elektrischen Aufnahmeapparatur und Konstruktion eines elektromagnetischen Schreibers. Verbesserter Frequenzbereich von 200/2000 Hz auf 50 bis 5000 Hz.
1925Das elektroakustische Aufnahmeverfahren bedingt den totalen Neuaufbau des musikalischen Repertoirs.
1925Zirka 1925 entwickelte Edison eine Langspielplatte nach dem mechanisch-akustischen Verfahren. Bei einem Durchmesser von 30 cm, einer Drehzahl von 80 UpM und einer Rillendichte von 16 Rillen pro Millimeter erreichte sie eine Spieldauer von 20 Minuten pro Seite.
1926Gründung der Schweizer Schallplattenfirma «Kalophon AG» mit Sitz in Zürich. Erste Schweizer Jazz Aufnahme auf Kalophon Label durch die amerikanische Band Frank Guarente.
1928Halbautomatische Schallplattenpressen kommen zum Einsatz. Erste vollelektrische Schallplattenwiedergabegeräte mit Verstärker und Lautsprecher kommen auf den Markt.
1929Jahresproduktion der Deutschen Grammophon ist bei 10 Millionen Schallplatten. Emil Berliner stirbt.
1930Gründung der «Turicaphon AG» in Zürich.
1931Thomas Alva Edison stirbt.
1933Im Labor werden erstmalig Stereo-Schallplatten hergestellt.
1935Fritz Pfleumer entwickelte das Magnetband, und die AEG stellte erstmals das «Magnetophon» auf der Funkausstellung in Berlin vor. Die Bandgeschwindigkeit betrug 100 cm/sek und der Frequenzgang reichte von 50 bis 5000 Hz.
1937Telefunken baut den ersten elektromagnetischen Leichttonabnehmer mit Saphirdauernadel mit Frequenzgang bis zu 14 000 Hz.
1940Erste Plattenwechsler werden gebaut.
1942Das «Siemens-Silberverfahren» (Versilberung der Aufnahmewachse durch Kathodenzerstäubung) ergibt stark verbesserte Wiedergabequalität.
1946Lackfolien lösen nach und nach die Aufnahmewachsplatte ab. Erstmalig kommen Magnetbandgeräte für Schallplattenaufnahmen zum Einsatz.
1948Markteinführung der Single-Platte (45 Touren) in Amerika.
1950Durch das «Füllschriftverfahren» (gesteuerte Rillenabstände) werden erhebliche Spielzeitverlängerungen der Schallplatte möglich.
1951Wird die Langspielplatte mit 331/3 Umdrehungen pro Minute an der Funkausstellung in Düsseldorf der Öffentlichkeit vorgestellt.
1953Die Single-Platte mit 45 Umdrehungen pro Minute kommt in Europa auf den Markt.
1958Ende der Herstellung von Schellackplatten. Das Zeitalter der Stereo-Schallplatte beginnt.
195917-cm-Platten werden nun in Spritzgusstechnik hergestellt.
1965Massenherstellung von Musikkassetten beginnt.
1980Einführung der digitalen Aufnahmetechnik.
1982Polygram bringt die erste CD auf den Markt. Gleichzeitig erscheinen die entsprechenden Abspielgeräte mit Laserabtastung.
1987Das CD-Video-System wird der Öffentlichkeit vorgestellt. Geräte zum abspielen aller optischen Audio- und Video-Platten (12 cm, 20 cm. 30 cm) kommen auf den Markt.
1991Nach über 60 Jahren schliesst die Schweizer Schallplattenfabrik «Turicaphon AG» in Riedikon ihre Tore.

Einige Dokumentationen sind auch auf DVD erhältlich (siehe unter Dokumentation / DVD/Filme).