100 Jahre FDP Bassersdorf

2008 beging die FDP ihren 100jährigen Geburtstag. Aus Anlass zu diesem Jubiläum organisierte sie eine Dorfrundgang unter dem Motto: Bassersdorf im Jahre 1908.

Der Präsident des KULTUR-NETZ Bassersdorf, Markus Lienhart, führte die Festgemeinde bei strahlendem Wetter durch das Dorf und schilderte eindrücklich wie es 1908 wohl ausgesehen hat.

Am Abend fand im Rahmen der FDP Bassersdorf noch der offizielle Festanlass statt.

Der FDP Präsident, Dölf Kellenberger, begrüsst die Rundgang-Teilnehmer vor der alten Schmitte
Das alte Primarschulhaus mitten im Dorf
Als das EW noch der Gemeinde gehörte
Auf dem alten Bahnhofplatz
Bei der Bachüberdeckung beim "Entenbrunnen"
Der Schulhausbrunnen im Mösli

Aus dem Blätterwald (Presseartikel)

(Zürcher Unterländer)

Dorfgeschichten von 1908

Mit einem historischen Rundgang durch Bassersdorf feiert die örtliche FDP ihren 100. Geburtstag. Markus Lienhart erzählte beste Dorfgeschichten.

Patrizia Legnini

An einem heissen Samstagmittag im Sommer 1908 strömen die Kinder aus der Schule im Dorfzentrum von Bassersdorf. Sie sollten nach Hause gehen, um ihre Eltern bei der Arbeit zu helfen. Einige von ihnen lockt ein kleiner Umweg hingegen all zu sehr: Sie freuen sich auf eine kurze Abkühlung im Altbach. Die gepflasterten Strassen stauben, als die Kinder einen Ochsenkarren ausweichen müssen, der zum Gasthof Löwen steuert. Und als sie sich endlich am Bach gegenseitig nass spritzen, vertreibt sich auch schon der Wirt, der wild gestikulierend auf sie zugelaufen kommt.
«Das Wasser war zu jener Zeit für Tier und Mensch sehr kostbar», erklärte Markus Lienhart am Schluss seiner Ausführungen. Ein Grüppchen interessierter Bassersdorfer stand auf der Strasse neben der Bäckerei Hofmann und lauschte seinen Geschichten aus 100 Jahre Dorfgeschichte. Als Präsident des «KULTUR-NETZ» führte Lienhart den einstündigen historischen Rundgang mit dem die FDP ihr 100-Jahr-Jubiläum feierte.

Turnhalle wird Feuerwehrschopf

Allerdings wusste Lienhart sein Publikum nicht nur mit bildhaften Schilderungen zum Alltag von einst in den Bann zu ziehen; er jonglierte auch mit zahlreichen harten Fakten und Jahreszahlen.
In erster Linie ging es ihm darum zu zeigen, wie sich die Gemeinde vor 100 Jahren, als die FDP Bassersdorf gegründet wurde, ihren Dorfbewohnern präsentierte und welche Entwicklung der Ort seit damals durchgemacht hat. So wies er beispielsweise darauf hin, dass die Schüler des Primarschulhauses den ehemaligen Turn- und Feuerwehrschopf noch bis Ende der 60er Jahre, als der Schulunterricht im Schulhaus eingestellt wurde, für den Turnunterricht nutzten.

50-mal höherer Stromverbrauch

Lienhart veranschaulichte, wie die Gemeinde 1960 das einstige Pfarrhaus erwarb und damit zu ihrem ersten Verwaltungsgebäude kam, wie die Zugstrecke 1925 elektrifiziert und der Bahnhof 1980 an den Dorfrand verlegt wurde oder wie der elektrische Strom ins Dorf kam. Während die Bevölkerungszahl seit 1909 um das Zehnfache auf über 10'000 Bewohner gestiegen sei, betrage der Stromverbrauch heute das 50fache des Verbrauchs von 1909, wusste Lienhart.
Für allgemeine Erheiterung sorgte er, als er im Rahmen seiner Ausführungen von den Brandbekämpfungs-Taktiken von einst erzählte. Der Feuerwehrsold habe pro Einsatzstunde umgerechnet nur 50 Rappen betragen - hingegen habe 1 Franken bezahlt, wer eine Feuerwehrübung verpasste. Darüber hinaus rief Lienhart die Anwesenden einige Bassersdorfer Persönlichkeiten wie Eduard Schäubli in Erinnerung, der während vieler Jahre die bis heute existierende Zeitschrift «Schweizer Familie» druckte.

Nachhilfeunterricht wird geschätzt

Bei den knapp 40 Teilnehmern des Rundgangs kam der historische Zeitraffer gut an. Der Flut an Informationen zur Dorfgeschichte konnten selbst eingefleischte Bassersdorfer noch Neues entnehmen. So war zum Beispiel Jürg Weber nicht bewusst, dass die Bevölkerungsentwicklung des Dorfes bis in die 60er Jahre sehr stabil war und erst danach stark anstieg.
«Das war ein guter Nachhilfeunterricht für unsere Jahrgänge», erklärte auch der ehemalige FDP-Präsident Heinz Schüssel und fügte schmunzelnd hinzu: «Man war vor einiger Zeit in so vieles involviert, aber man vergisst laufend wieder.»