Bassersdorfer Geschichtspfad

(Stand 01.04.2016)

1 Schmitte

Die Existenz einer Schmitte in Bassersdorf ist schon 1420 bezeugt. Sie befand sich ursprünglich nahe des heutigen Gemeindehauses B, wo sich Auen- und Dorfbach teilen. Sie wurde obere Schmitte genannt, während die untere Schmitte auf dem Platz der heutigen Metzgerei Steinmann stand.
1862 musste die obere Schmitte dem Brückenneubau über den Dorfbach weichen. Der Besitzer (Altorfer) baute sie in der Nähe seines Hauses, auf dem heutigen Standort, wieder auf. 1892 brannte das Nagelschmiedegebäude (südlich obere Schmitte) ab.
1958 erwarb die Gemeinde Bassersdorf von den Erben Altorfer die gesamte Liegenschaft, liess 5 Jahre später das Bauernhaus abbrechen und die Schmitte total ausräumen.
Für den Erhalt und den Betrieb der Schmitte schlossen sich 1985 einige Bassersdorfer zusammen und gründeten die Gesellschaft zur Schmitte. Diese steht seit 1988 für Besucher offen.
Vor der Schmitte steht der erste Dorfbrunnen von Bassersdorf. Es ist der ehemalige Löwen-Brunnen, welcher ursprünglich am Bach gegenüber des Gasthauses Löwen stand. Als der Bach überdeckt wurde musste der Brunnen dem Bauvorhaben weichen und so kam er zum heutigen Standort zu stehen.

2 altes Primarschulhaus

1904 wurde das Primarschulhaus neu gebaut und ersetzte das dort stehende Schulhaus aus dem Jahre 1829. Mitte Februar 1904 wurde die letzte Gemeindeversammlung im alten Dorfschulhaus abgehalten. Die Schüler gingen während der Bauzeit des neuen Schulhauses in die Druckerei von Eduard Schäubli zum Unterricht. Mit dem Neubau überdeckte man auch den Bach. Bereits im Oktober desselben Jahres konnte das neue Dorfschulhaus eingeweiht werden. Im Untergeschoss wurde später eine Militärküche eingerichtet.
Während der beider Weltkriege belegte das Militär die Schulräume, was zu einigen Reklamationen seitens der Schulpflege führte. Die Schule musste auf andere Standorte ausweichen (im Waschhaus beim alten Pfarrhaus (abgebrochen), Druckerei Schäubli usw).
Nach dem Krieg vereinbarte die Gemeinde mit den Militärbehörden, dass die einquartierte Truppe jeweils am Abend, nachdem die Truppe verpflegt hatte, Suppe an «arme Familien» im Dorfe ausgeben soll. So standen noch bis Ende der 60er Jahren am Abend um 19 Uhr Kinder in Einerkolonne, die hie und da bis zum Turnschopf reichte, vor dem Hintereingang des Schulhauses und warteten bis der Küchenchef mit seinen Gehilfen mit der Kochkiste erschien. Jedes Kind, mit dem Milchkesseli ausgerüstet, sagte wieviele Münder daheim auf die Suppe warteten und entsprechend viel Suppe wurde ausgegeben.
Aber schon vor dem Bau des Geerenschulhauses und der damit verbundenen Verlegung der Militärküche ging dieser Brauch ein. Denn durch den wirtschaftlichen Aufschwung ging es der Bevölkerung besser und war nicht mehr auf diesen «Naturalzustupf» angewiesen.
Heute sind ein Kindergarten, die Bibliothek und die Spitex in diesem Gebäude untergebracht.

3 Turnschopf, Feuerwehr- und Arrestlokal

Mit dem Neubau des Primarschulhauses (1904) musste auch das dahinter liegende Gebäude weichen, welches unter anderem als Feuerwehrdepot diente. 1909 konnte dann der neue Turnschopf, mit Feuerwehr- und Arrestlokal, eingeweiht werden. Während der beider Weltkriege, als das Militär die Schulräume belegte, musste die Schule anfänglich in den Turnschopf ausweichen.
In den 1980er Jahren wurde der Turnschopf umgebaut und das Elektrizitäts- sowie Wasserwerk darin untergebracht. Mit dem Bau des neuen Werkhofes (2006) in der Ufmatte bezogen die Gemeindewerke und die Feuerwehr ihre neuen Lokalitäten.

4 EW-Turm (Transformatorenstation)

Die Gemeinde Bassersdorf beschloss 1901, als Ersatz für die «mangelhafte und ungenügende» Neolin-Strassenbeleuchtung (Brennstoff-Strassenbeleuchtung), die Einführung einer elektrischen Strassenbeleuchtung. Damit hielt das Zeitalter der Elektrizität in Bassersdorf Einzug.
Weil damals das gesamte Verteilnetz aus Freileitungen bestand, musste die Transformatorenstation als Hochbau erstellt werden. Über den eigentlichen Transformatorenraum wurde ein rohrartiger Aufbau gestellt, an dem die Freileitungen abgespannt werden konnten. Da diese enge Bauart praktisch keine Erweiterungsmöglichkeiten bot, baute man später die «Käsbissen-Häuschen», welches noch an der Bahnhofstrasse steht.

5 (kyburger) Sodbrunnen

Die Verwaltung- und Eigentumsverhältnisse sowie die Gerichtsbarkeit waren im «alten Zürich» alles andere als einfach. Die Ortschaft Bassersdorf war der Grafschaft Kyburg, nach dem Erwerb der Stadt Zürich im 15. Jahrhundert, dem Kyburgeramt, unterstellt.
Die Dorfbewohner hatten dem Kyburgeramt den «Zehnten» zu entrichten, vorwiegend Nahrungsmittel (Weizen, Hühner, Wein etc). Diese wurden in der Zehntenscheune eingezogen und zwischengelagert.
Das Bauernhaus an der Baltenswilerstrasse 2, dessen Stall auf den Grundmauern der ehemaligen Zehntenscheune gestanden haben soll, wurde 2005 durch Gemeinderatsbeschluss aus der Liste der Schutzwürdigen Bauten in der Gemeinde Bassersdorf (Kategorie A) entlassen. Im Rahmen der Zentrumsüberbauung wurde das Bauernhaus 2011 abgebrochen und  durch einen Neubau ersetzt.
Der danebenliegende Sodbrunnen wurde 1983 wieder instand gestellt.

6 altes Sekundarschulhaus

Nachdem im Vorfeld in heftiger Diskussion über den Standort eines zukünftigen Sekundarschulstandortes, ob Kloten oder Bassersdorf, diskutiert und argumentiert wurde, bekam Bassersdorf den Zuschlag. Zu diesem Schulkreis gehörte Bassersdorf, Kloten, Wallisellen, Rieden, Brüttisellen und Dietlikon. Am 7. Dezember 1837 konnte das erste Sekundarschulhaus in Bassersdorf eingeweiht werden.
Kloten trennte sich 1861 los, 1875 Wallisellen und Rieden und 1899/1900 Brütttisellen und Dietlikon.
Mit dem Bau des Schulhaus Mösli wurde die Sekundarschule in dieses neue Schulhaus verlegt. Heute beheimatet dieses Schulhaus noch ein Kindergarten.

7 altes Pfarrhaus (kantonales Denkmal)

In der Reformationzeit wurde Bassersdorf (mit Nürensdorf) eine selbstständige Kirchgemeinde im Regensberger Kapitel. Die Kollatur lag beim Zürcher Rat.
1520 wurde der erste Pfarrer eingesetzt. Dieser erste reformierte Pfarrherr zu Bassersdorf, Michael Zinniger (1520-1545), erhielt ein eigenes Pfarrhaus, das heutige Gemeindehaus A.

Brückenwaagehaus

Die erste Brückenwaage wurde 1872 erstellt, welche 1925 eine Totalsanierung benötigte. Dabei verschwand auch das Waagehäuschen. 1929 sah man sich gezwungen eine neue moderne Brückenwaage (15t) einzubauen. 1946/47 wurde ein neues Brückenwaagehäuschen, mit einem Telefonzellenanbau, errichtet. Mit dem Bau der neuen Kläranlage Eich, inklusive Brückenwaage, waren die Tage der Brückenwaage im Dorf gezählt. In den 80er Jahren diente es noch kurz als Bushaltestellenhäuschen.
Wegen der Bachsanierung wurde im Frühjahr 2012 das Brückenwaagehaus abgebrochen. Es sollte wieder aufgestellt werden.

9 Gasthaus «Zum Frieden»

In früheren Jahren war es üblich, dass ein Handwerksgeselle bei verschiedenen Meistern diente und seine Lehr- und Wanderjahre «auf der Walz» verbrachte. So zogen diese Burschen meist in kleineren Gruppen durch die Dörfer. 1885 beschloss der Gemeinderat Bassersdorf zur Bekämpfung des Wanderbettelns der Institution des Bezirkes Bülach an, welche an fremde, mittellose Durchreisende eine so genannte Naturalverpflegung abgab. Ab 1888 war die Station der «Naturalverpflegung» im Gasthaus Zum Frieden.
Das Gasthaus Zum Frieden wurde vor 1812 erbaut, als Wohnhaus mit Scheune und Stall. 1877 kaufte Hans-Rudolf Leimbacher ein bereits bestehendes Weinschenkpatent. Offenbar war die Weinstube in der Wohnstube eingerichtet, denn erst 1905 ist eine Wirtschaft verzeichnet. Melchior Leimbacher, der damalige Wirt, betrieb auch eine Limonadenfabrik. Seit 1931 ist der Frieden im Besitz der Familie Halbeisen. Die «Natuarlverpflegung» für die Handwerksburschen wurde erst im Jahre 1961 aufgelöst.

10 Druckerei «Gutenberg»

Eduard Schäubli (Lehrer, Gemeinde-, SP-Kantons- und Nationalrat,) gründete 1891 die Zeitung Die Glatt als politisches Organ und Anzeiger, welche in der Buchdruckerei Schwarz in Bassersdorf gedruckt wurde. Der Buchdrucker Bühler kaufte die Druckerei Schwarz auf und gründete mit Schäubli die Firma «Schäubli und Bühler». Hier brachte Schäubli zusätzlich die Zeitschrift Schweizer Familie heraus. Nach Streitigkeiten trennten sich die Beiden, worauf Schäubli die Schweizer Familie zugesprochen erhielt, welche er jedoch auswärts drucken musste.
Im Jahre 1896 errichtete Eduard Schäubli am Stiegweg sein Wohnhaus Zum Freieck. Neben dem Wohnhaus wurde 1899 eine einstöckige Druckerei aus Backstein gebaut, um Die Schweizer Familie wieder selber zu drucken. Er gab dem Haus den Namen Gutenberg, nach dem Buchdruck-Erfinder.
1910 baute er über der Druckerei Büroräume und eine Wohnung für seine Schwiegermutter.

alter Bahnhof

(beim Dorfplatz)

Der alte Bahnhof (in Betrieb 1877-1980) erinnerte uns noch an das Ende der grossen Pionierzeiten. Winterthur will eine Nationalbahn (Volksbahn) quer durch die Schweiz durchgehende Eisenbahn schaffen. So müsste nicht umstiegen und jedesmal ein neue Fahrkarte gelöst werden. Damals waren alles Privatbahnen. Das Unterfangen scheiterte bereits nach einem Jahr und die Nationalbahn (Volksbahn) geht in Konkurs. Auch Bassersdorf musste seinen Teil dazu beitragen. Das Dorf konnte aber wegen seines grossen Waldbestandens viel Holz verkaufen und sich so bald vom der Schuldenlast befreien.
Die Gemeinde verdankte dem Bahnhof aber nicht nur das Bahnhofquartier sondern auch den damaligen nötigen wirtschaftlichen Aufschwung. (In den 1840 Jahren wurde die Strasse von Zürich nach Winterthur über Baltenswil erstellt. Der Verkehr nahm nun den einfacheren Weg über Baltenswil. Für Bassersdorf bedeutete dies den wirtschaftlichen Zusammenbruch.)
Durch den Bau der Flughafenlinie 1980 wurde der Bahnhof an den heutigen Standort verlegt. Die Staus und Wartezeiten vor den Barrieren gehören der Vergangenheit an. Was aber seit über 50 Jahre geblieben ist, ist die Forderung nach einer Dorfumfahrung.
Der alten Bahnhof wurde im Zuge der Zentrumsüberbauung im Herbst 2012 abgebrochen.

11 Druckerei «Akeret»

Nachdem Hans Schwarz den Druckbetrieb in der Untermühle aufgab, übernahm der Buchdrucker Bühler die Druckerei und gründete mit Schäubli die Firma «Schäubli und Bühler». Sie druckten die Die Glatt als politisches Organ und Anzeiger und die Zeitschrift Schweizer Familie. Die Beziehung der beiden Geschäftspartner hielt nicht lange an und das Zürcher Handelsgericht verfügte eine Trennung der Partnerschaft und der Blätter.
Eduard Schäubli und Heinrich Bühler bauten 1899 ihre eigenen Druckereien. Fortan wurden Die Glatt und Die Schweizerfamilie beide am Bahnhofplatz, aber in verschiedenen Betrieben gedruckt.
1903 erwarb Hermann Akeret, Inhaber des Dielsdorfer Verlages Der Wehntaler, die Druckerei. Von nun an wurden Die Glatt und der Der Wehntaler in Bassersdorf gedruckt. 1919 kam das in Dübendorf erschienene Wochenblatt des Bezirkes Uster hinzu.
1948 wurden die drei Zeitungen zu einer Zeitung, Der Zürichbieter, zusammengefasst. Am 28. April 1989 erschien Der Zürichbieter das letzte Mal. Er wurde mit der Zeitung Der Zürcher Unterländer des Bezirkes Dielsdorf zusammengelegt und übernahm auch deren Namen. Während dem die Redaktion noch blieb wurde der Zeitungsdruckereibetrieb eingestellt.

12 Methodistenkapelle

1908 erstellte die Evangelisch-methodistische Kirchgemeinschaft für ihre Gläubigen eine Kapelle in Bassersdorf. In den Jahren nahmen die Mitglieder stark ab, was zum Entschluss führte die Kapelle zu veräussern. 2005 wurde sie schliesslich verkauft.
Den Gläubigen steht heute unter anderem in Embrach eine renovierte Kapelle, der dortigen Evangelisch-methodistische Kirchgemeinschaft, zur Verfügung.

13 Wasserreservoir in der «Hueb»

In der Zeit als die letzten Brunnen gebaut wurden entstanden die ersten Hauszuleitungen. So entstand beispielsweise 1879 die Quellwasserfassung in der Gyrhalde. Da immer mehr Hausanschlüsse gefordert wurden beschloss man 1891 eine Hauswasserversorgung und Hydrantenanlage zu bauen. Es entstand das Reservoir Hueb und ein neues Leitungsnetz mit 34 Hydranten. 1908 konnte das Reservoir Hueb mit einer weiteren Quelle von Birchwil gespeist werden und zugleich erhielten alle restlichen Häuser die Wasserzuleitungen. Von diesem Zeitpunkt an verfügte jede Wohnung über fliessendes Wasser.
Die vorhandene Reservoir-Kapazität reichte bis 1920. Dann baute man ein neues Wasserversorgungsnetz mit einer Grundwasserfassung im Geeren und ein neues Reservoir im Steinlig.
Übrigens: Um den hohen Wasserverbrauch zu senken, wurden 1958/59 in allen Häusern Wasseruhren installiert. Mit dieser Massnahme ging der Wasserverbrauch um fast die Hälfte zurück.

14 Sägerei (kantonales Denkmal)

1277 verkaufte das Kloster Rüti ZH die Mühle in Bassersdorf an das Kloster St. Blasien (Schwarzwald), Diese erschien 1296 im Verzeichnis der Abtei Fraumünster. Die Sägerei wurde erstmals 1572 erwähnt. 1812 war neben der Sagi erstmals eine Dreschscheune nachgewiesen (Abbruch 1977).
1864 erwarben die Gebrüder Bürkli, Seidenherren von Zürich, die gesamten Liegenschaften, liessen die Mühle abreissen und erstellten eine Fabrik (Seidenzwirnerei). Sägerei und Zwirnerei wurden mit Wasserrad betrieben, die Fabrik zusätzlich mit einer Dampfmaschine.
1900 liessen sie die beiden Wasserräder erneuern und mit einem Elektromotor kombinieren. Während man die Dampfmaschine liquidierte, wurden die mechanischen Teile der Sägerei erneuert.
1924 erwarben die Herren Schwarz und Dübendorfer den ganzen Komplex und betrieben nun ihrerseits die Seidenzwirnerei und Sägerei. Die Gemeinde Bassersdorf kaufte 1969 die Sägerei, liess das Gatterwerk demontieren und verkaufte dieses.
Für den Erhalt und den Betrieb der Sagi schlossen sich 1975 einige Bassersdorfer zusammen und gründeten die Gesellschaft pro Sagi. Diese steht seit 1979 für Besucher offen.

Sägerei-Weiher («Sagi-Weiher»)

Die obere Mühle und Sägerei hatten getrennte Zulaufrinnen, vom Birchwilerbach (links, noch bestehend) und vom Altbach (rechts, liquidiert). Diese waren aber durch einen Graben miteinander verbunden. Auf diese Weise konnte der Müller die ganze Wassermenge der Kanäle entweder auf das Wasserrad der Mühle oder dasjenige der Sägerei leiten.
Erst 1900 wurde der Verbindungsgraben zwischen den beiden Kanälen zu einem Weiher ausgestattet. Der Schleusenrahmen zur Sidewindi aus Eisen im Haselbusch hinter der Sitzbank zeigt die ursprüngliche Grösse des Weihers an.
Während der Restauration der Sägerei wurde der Weiher saniert.

15 «Sidewindi»

1277 verkaufte das Kloster Rüti ZH die Mühle in Bassersdorf an das Kloster St. Blasien (Schwarzwald).
1864 erwarben die Gebrüder Bürkli, Seidenherren von Zürich, die gesamten Liegenschaften, liessen die Mühle abreissen und erstellten eine Fabrik (Seidenzwirnerei). Sägerei und Zwirnerei werden mit Wasserrad betrieben, die Fabrik zusätzlich mit einer Dampfmaschine.
1900 liessen sie die beiden Wasserräder erneuern und mit einem Elektromotor kombinieren. Während man die Dampfmaschine liquidierte, wurden die mechanischen Teile der Sägerei erneuert.
1924 erwarben die Herren Schwarz und Dübendorfer die gesamte Anlage und betrieben die Seidenzwirnerei und Sägerei. Der Zwirnereibetrieb wurde Ende der 1950er Jahre eingestellt.

16 alter Industrie-Wasserkanal

Auf der linken Seite des Fussweges von der Sagi (Altbach) zur Untere Mühle (Birchwilerstrasse) ist der trockengelegte Wasserkanal und die Schieber noch sichtbar.
Auf dem Gygerplan von 1658 sind die Unterwasserkanäle von Mühle und Säge eingezeichnet, welche in den Altbach geleitet wurde. Der Untermüller konnte so das volle Wasser der beiden Kanäle und dasjenige des Altbaches zugleich für seinen Betrieb nutzen. Der Wasserschieber im Altbach, beim Pumpen-Schopf in der Sagi, ist noch zu sehen.

17 Gasthaus «Adler» (kantonales Denkmal)

Das Gasthaus Adler, das obere Wirtshaus, wurde um 1790 erneuert und als Poststelle, Pferdestation und Taverne betrieben.
Zu dieser Zeit herrscht Hochbetrieb auf der Landstrasse über die Brüttener Höhe und die Steig. Sie war die einzige direkte Verbindung von Zürich nach Winterthur oder von der Ostschweiz nach der Westschweiz. Fahrgäste und Fuhrleute übernachteten im Adler. Mit Vorspannpferden aus den Adler-Stallungen wurde die steile, gefahrvolle Strecke gemeistert.
Nach dem Bau der neuen Landstrasse über Tagelswangen-Kemptal in den Jahren 1841 bis 1845 waren die guten Zeiten für die Bassersdorfer Tavernenwirte vorbei. Der Besitzer des Adlers, alt Bezirksrichter Schellenberg, musste 1869 seinen Gasthof infolge Konkurses aufgeben. Seither ist der Adler Wohnhaus.
1886 fiel die daneben stehende Pferdescheune einem Grossbrand zum Opfer.

18 Gasthaus «Freihof»

Das Gasthaus Freihof, erbaut vor 1812, gehörte ursprünglich als zweite Behausung zum Adler und war ein Bauernhaus mit Scheune. 1884 wurde die Liegenschaft durch Heinrich Angst erworben und betrieb diese ab 1886 als Weinschenke. 1890 liess er einen Saal einbauen und 1898 eine öffentliche Badeanstalt.
Der Freihof diente der Gemeinde unter anderem lange Zeit als Gemeinderatskanzlei und während dem Bau des Primarschulhauses und Turnschopfs/Feuerwehrlokal (1904-1909) befand sich das Arrestlokal der Dorfpolizei ebenfalls hier. Auch das einquartierte Militär kochte im Freihof, bis die Küche schliesslich ins Kellergeschoss des Primarschulhauses verlegt wurde.
1971 sollte der Saal wegen gesundheits- und feuerpolizeilichen Gründen saniert werden. Diese Auflage und die Diskussion über einen Gemeindesaal führten schliesslich zu dessen Schliessung.

19 Sattlerei (ehemalige Kupferschmiede)

Das Sattlerhäuschen von Heinrich Burkhard war 1845 als Kupferschmiedewerkstatt gebaut worden und diente Emil Maurer als Schuhmacherwerkstatt.

«Adlerwiese»

Bassersdorf war anno 1444, im Alten Zürichkrieg, zweimal Sammelplatz der Eidgenossen: Zu Beginn dieses Krieges, so melden uns die Chronisten, sammelten die Innerschweizer ihre Mannschaften auf dem Gemeindegebiet vor dem Abmarsch gegen Greifensee und die Stadt Zürich sowie beim Abzug zurück in die Innerschweiz. Ob es sich um diese Stätte handelt kann nicht mit Sicherheit gesagt werden.
Zur Zeit des politischen Umschwunges in den 1830er Jahren erlebte dieses Gelände bedeutsame Volkstage, welche als die Tage von Bassersdorf in die zürcherische Geschichte eingegangen sind.

«Schützenbuck»

Auf der Anhöhe beim Schulhaus Mösli war der so genannte Musterungs- oder Trüllplatz. Hier fanden Schiessübungen und «militärische Exerzizien» statt. Der Trüllplatz diente auch als Sammlungsplatz bei Aufgeboten.

«Tanzbuck»

Der Name Tanzbuck soll an frühere Zeiten erinnern, wo bei öffentlichen Volksanlässen wie Ernte, Kirchweih, Jahrmarkt und Wümmet allhier im Freien von Alt und Jung das Tanzbein geschwungen wurde.

20 Schulhaus «Mösli»

Bereits während des zweiten Weltkrieges befasste sich die Schulgemeinde mit der Standortfrage für ein neues Schulhaus. Sie konnte sich das Land im Mösli sichern. Das 1954 genehmigte «Schulhaus-Projekt Mösli» konnte 1956 das 5-Klassen-Oberstufenschulhaus, die Doppelturnhalle mit Abwartwohnung und Sportanlage einweihen. Dafür hatte Max Werner Lenz (Ehrenbürger von Bassersdorf) das Festspiel «Stadt und Land» geschrieben. 1965 ergänzten noch die Bauten der Primarschule, Kindergarten und Zivilschutzanlage diesen Schulhauskomplex.
Die Eingangshalle des 5-Klassen-Oberstufenschulhauses schmückt das Mosaik Arche Noah von Karl Hügin (Ehrenbürger von Bassersdorf).

21 Friedhof

1969 wurde der Friedhof «Birchwiler-Oberwiler Kirchenweg» sowie jener bei der Kirche aufgehoben und an den heutigen Standort (Bergstrasse-Gerlisbergstrasse) verlegt.
Die Aussenwand der Friedhofhalle schmückt das Mosaik Die Lebensalter von Karl Hügin (Ehrenbürger von Bassersdorf).

22 Schwimmbad

Am Pfingstsonntag 1930 wurde das Schwimmbad Bassersdorf für zwei Stunden geöffnet, bevor es am Montag seinen definitiven Betrieb aufnahm.
Die beiden Geschlechter durften damals jedoch nicht gleichzeitig ins Schwimmbad gehen und der hohe Bretterzaun sorgte dafür, dass die sicher sehr sittsam gekleideten Badegäste vor neugierigen Blicken verschont waren. Nach ein paar Jahren musste die nach Geschlechtern getrennte Badeweise aufgehoben werden. Dies vor allem wegen verärgerten auswärtigen Besuchern, wenn sie wegen dieser Bestimmung nicht eingelassen wurden.
1958 erhielt das Schwimmbad eine grössere benutzbare Fläche, was der Zaun überflüssig machte, das Schwimmbecken behielt die Ausmasse von 1930. 1969/70 wurde ein neues Schwimmbecken mit Sprunganlage und Bassin für Nichtschwimmer erstellt.

23 Häuserzeile «Chlupfgasse»

Die Häuserzeile Chlupfgasse 5 bis 13 vermittelt ein Bild aus früherer Zeit. Hier geben sich die alte und neue Zeit die Hand, denn die gegenüberliegende Strassenseite ist schon seit Jahren überbaut.
Das Haus Nummer 13 ist heute eines der ältesten Häuser unserer Gemeinde. Das Interessante daran ist die Bauweise. Hier kann man nachvollziehen wenn in den Assekuranzbücher steht: ½ Wohnhaus, ½ Stall, ½ Scheune. Die Teilung erfolgt nicht durch zwei aneinander gebaute Hausteile, sondern verläuft dem Dachfirst entlang. So besass jeder gleichviel Haus- und Ökonomiegebäudeanteil.

Molkerei

(gegenüber der Kirche)

Die Landwirtschaftliche Genossenschaft erstellte gegenüber der Kirche eine Milchannahmestelle, damals «Hütte» genannt. Das Wort «Hütte» verrät uns, dass hier die Milch zu Butter und Käse weiterverarbeitet wurde (hütten = verarbeiten). Mit dem Rückgang von Bauern, die Milchwirtschaft betrieben, musste Anfang der 1980er Jahre die Milchannahmestelle aufgegeben werden. Der Verkaufladen existiert weiter, bis dieser schliesslich 2002 ebenfalls den Betrieb schliessen musste.
An dieser Molkerei angebaut war eine «Gfrüüri» (Gefrierhaus). Nicht jeder Haushalt besass ein Kühlschrank mit Gefrierfach oder ein Gefrierschrank. So konnte man sich hier ein Gefrierfach mieten. Dies wurde Ende der 1970er Jahren ebenfalls aufgegeben.
Die Molkerei wurde im März 2016 abgerissen, weil sie einem Neubau weichen musste.

25 evangelisch-reformierte Kirche (kantonales Denkmal)

Unter der reformierten Kirche kam eine römische Villa zum Vorschein. Der älteste, bei Ausgrabungen erfasste Kirchenbau ist romanisch und wird 1370 erstmals erwähnt, als Filiale (St. Johann) von Kloten. Hier konnte man bloss einmal im Monat die Messe hören. Für Trauungen, Taufen und Beerdigungen war die Mutterkirche in Kloten zuständig. 1509 erhielt die Kapelle das Taufrecht.
1518 wurde eine Pfründe gestiftet und 1520 der erste Pfarrer eingesetzt. In der Reformation wurde Bassersdorf (mit Nürensdorf) eine selbstständige Kirchgemeinde im Regensberger Kapitel. Die Kollatur lag beim Zürcher Rat.
In immer neuen Bauetappen wuchs die Kirche zu ihrer heutigen Form heran. Das 17. Jahrhundert brachte ein grösseres Schiff und den Kirchturm samt Glockenstuhl in seiner heutigen Form. Vor rund hundert Jahren wurde das Schiff ein weiteres Mal verlängert. 1925 fügte man den Aussenaufgang zur Empore an und die Renovation 1963/64 brachte eine neue Orgel und die Ergänzung des Geläutes durch eine fünfte Glocke.
2009, anlässlich der 500 Jahrfeier Taufkirche zu Bassersdorf, kehrte der Taufstein von 1856 und das Chorfenster von 1885, welche bei der Renovation 1963/64 entfernt wurden, wieder an ihre alten Plätze zurück.

26 Gasthaus «Löwen»

Man nimmt an, dass bereits 1547 das Undere Wirtshuus bestand. Es wird 1626 erstmals darauf ein Underwirt bezeichnet. Dabei handelte es sich dabei um ein Kilian Städeli, der 1626 bis 1647 als Wirt zum Rothen Löüwen in den Urkunden verzeichnet ist und 1630 das Tavernenrecht erwarb.
1670 wurde das Wirthaus Zum Guldenen Läuwen, später Zum Leuen und schliesslich 1810, zu dem heute gültigen Namen, Löwen umbenannt.
1845 übernahm Johann Kaspar Siber-Bänninger von Unterstrass, Metzger und vormals Wirt auf der Linde in Wallisellen den Löwen. Er baute 8 Jahre später den Scheunenteil um: Im Erdgeschoss entstand ein Metzgereilokal, im ersten Geschoss eine Wohnung und im Zweiten ein Saal.
1980 wurde der Löwen verkauft und damit ging das Kapitel der «Siber-Dynastie auf dem «Löwen» zu ende. Sie haben uns ein unvergessliches Geschenk hinterlassen, den Bassersdorfer-Schüblig.

(Ende des Rundganges)

27 «zur Schlifi»

28 «Crossair-Absturz Denkmal» von 2001

Beim Flugzeugabsturz bei Bassersdorf stürzte am 24. November 2001 kurz nach 22 Uhr Lokalzeit ein «Jumbolino» der damaligen Fluggesellschaft Crossair kurz vor der Landung auf Piste 28 am Flughafen Zürich in der Nähe von Bassersdorf in den Wald. Im Endanflug in rund 4'000 m Entfernung vom Pistenanfang und 150 m nördlich der Pistenachse kollidierte das Flugzeug mit den Baumwipfeln und schlug anschliessend auf dem Boden auf. Bei diesem Aufprall fing das Flugzeug Feuer. 24 Personen, 21 Passagiere und drei Besatzungsmitglieder, kamen beim Absturz ums Leben. Sieben Passagiere und zwei Besatzungsmitglieder überlebten.
Nach dem Absturz mussten rund 1000 Kubikmeter verschmutzter Waldboden ausgebaggert werden. Um nicht gleichviel Erde wieder in den Wald zurückzuführen wurde beschlossen ein Weiher anzulegen. Eine Gedenkstätte/Gedenkstein hält die Erinnerung an diese Schreckensnacht aufrecht.

29 Waldhütte

30 altes Schützenhaus Bassersdorf

31 römisch-katholische Kirche

Nachdem 1972 das Kirchenzentrum in Kloten eingeweiht worden war, kam verständlicherweise der Wunsch nach einer eigenen Kirche in Bassersdorf auf. Da die Schulden vom Zentrumsbau in Kloten her noch sehr gross waren, beschloss die Kirchgemeinde, eine provisorische Fastenopferkirche zu bauen, ein Bau aus vorfabrizierten Beton-Elementen. Nur rund neun Monate nach dem Spatenstich (19. April 1973) wurde die Kirche eingesegnet und dem Heiligen Franziskus von Assisi geweihte (15. Dez. 1973).
1983 wurde das Pfarrvikariat, das kirchenrechtlich noch immer dem Pfarrer von Kloten unterstand, zur eigenständigen Pfarrei St. Franziskus Bassersdorf-Nürensdorf ernannt.
Wegen Platzmangel entstand 1988 als Erweiterung der Kirche das Franziskuszentrum.

Quellen

Gemeinde Bassersdorf
Bassersdorfer Heimatbücher I-III
Nationalrat Eduard Schäubli in Bassersdorf und seine Vorfahren in Lienheim