Bassersdorfer Fasnacht

Das FA-KO-BA (FAsnachtsKOmitée BAssersdorf) wurde am 1. Januar 1956 gegründet und konnte im Jahre 2005/06 sein 50 jähriges Jubiläum feiern.

(Siehe unter FA KO BA Festlichkeiten)

Die Bassersdorfer Fasnacht ist seit 1883 erwähnt!

Fasnacht, das Überbleibsel alter Kultur mit jahrhundert alter Tradition, so berichtet Jakob Brunner in seinem Buch «Meine Heimat», die Bassersdorf Bubenfasnacht 1883/1885.

Kurz nach Neujahr fing’s an, im Ober- und Unterdorf kam Bewegung in einige Sechstklässler. Wieder wurde der traditionelle «Bubenumzug» beschlossen und gleichzeitig die Hauptleute, ein Vorder- und ein Hinterhauptmann gewählt. Letzterer war i der Regel ein Fünftklässler, der im Jahr darauf zum Vordermann vorrückte. Die hervorstehendsten Ausrüstungsgegenstände der Hauptleute bestanden in einem Schleppsäbel und einem blauen «Zwicker». Weitere wichtige Chargen wurden besetzt: zwei Tambouren, die möglichst rasch ihr Funktionen aufzunehmen hatten. Die Trommeln wurden gewöhnlich aus dem Zürcher Zeughaus bezogen und allabendlich wurde in der nahen «Rätschengrube» nächst dem Hasenbühl (jetziges Schwimmbad), das Kalbfell tüchtig bearbeitet. Anmeldungen für die Beteiligten am Umzug nahm der Vordermann entgegen.

Um eine möglichst lange Marschkolonne zu erreichen, wurde die Mannschaft zu «Zweien eingestellt». Je ein Paar hatte die nämliche Waffenausrüstung mitzubringen. Als erste hinter den Trommlern standen zwei Fahnenträger, dann die Sappeure mit einer Art Axt über dem Arm, zwei Armbrustträger, zwei Hellebarden u.f.f. Zuweilen zählte der Umzug bis 48 Mann.

Vom ersten Trommelschlag nach Neujahr bis zur «Buurefasnacht» im Hornung hatten die Mütter der jungen Schar besonders viel zu tun, musste doch das «Böögegwändli», das hinsichtlich Schnitt und Zutaten die Einfachheit selber war, aus farbigem Glarnertuch hergerichtet werden:

Linkes Hosenbein und rechter Arm rot und das Gegengleich gelb oder blau, denn das Ganze wollte doch als «Böögig» aufgezogen sein.

Die Bubenfasnachten in den Zwanzigerjahren

Vater Dübendorfer, Bote im Unterdorf, musste mit Ross und Wagen Fasnachtsfeuerbürdeli nach dem Schatzacker fahren, die er von Haus zu Haus bereitliegenden Chris- und Chnebelbürdeli einsammelte.

Doch vorher kam der Marschbefehl: Sonntag 1Uhr 30 antreten der Zugsteilnehmer auf dem Schulhausplatz zum Umzug durch alle Quartiere des Dorfes. Keine Strasse wurde geschont schon als «pro memoria» für die zu erwarteten Bürdeli. Beim Bahnübergang bei «Nagler’s Schmitte» ging es zum Dorf hinaus. Im Freimarsch ging’s über Frieden nach Oerlikon wo in einer kleinen Wirtschaft zur «Halde» bei Frau Ammann zu einer Erfrischung eingekehrt wird.

Wer von den Erwachsenen des Dorfes es richten konnte, nahm beim Zunachten den Weg nach dem «Schatz» unter die Füsse. Jedermann wollte doch dabei sein, wenn die Jungmannschaft mit Lampions und Laternen, bei Jubel und Gesang und unter Schwärmer- und Fröschegekrach um das lodernde Feuer stand. Den Fasnachtsfeuern auf der Landschaft legte man dazumal noch vielfach die Wichtigkeit und Bedeutung bei, wie den mit dem Jahr 1891 einsetzenden 1. August-Feuern und für die Dorfjugend war der ganze Fasnachtsanlass gleichwertig dem Sechseleuten der Stadtzürcher.

Die heidnischen Fasnachtsbräuche gaben schon im Mittelalter Anlass zu schweren Klagen. Vor allem während der Reformationszeit versuchte man, das ungebärdige uns ausschweifende Fasnachtstreiben in gesittete Bahnen zu lenken. Dazu waren die Fasnachtsspiele ein geeignetes Instrument. Man kennt sie seit dem 16. Jahrhundert in Deutschland aber auch in der Schweiz. Dabei handelt es sich um eigentliche Freilichtaufführungen und Umzüge, bei denen ganze Dorfschaften mitspielten. Die ursprünglich vaterländisch-sittliche Form dieser Spiele wandelte sich im allgemeinen Trend des 19.Jahrhunderts zu richtigen patriotischen Grossaufführungen.

In Bassersdorf wickelten sich die Fasnachtsbräuche im vorigen Jahrhundert etwas bescheidener ab. Damals bis nach 1930 kannte man die Bassersdorfer Bubenfasnacht. Das war so etwas ähnliches wie ein Kriegerzügli, angeführt vom Hauptmann, den Tambouren und den Fahnenträgern marschierten die verschiedenen Waffengattungen «uniformiert» und in Zweierkolonne durch das Dorf: die Sappeure, die Armbrust- und Hellebardenträger. Der grosse, ganztägige Ausmarsch führte die Buben durch die Dörfer der weiteren Umgebung.

Im Jahre 1912 besuchte der deutsche Kaiser Wilhelm II die Schweiz und begutachtete die Herbstmanöver des III. Armeekorps. Dieser Kaiserbesuch war das Ereignis des Jahres und die Bassersdorfer machten im darauf folgenden Jahr daraus ein richtiges Fasnachtsspiel: Empfang des Kaisers mit Gefolge am Bahnhof, Station beim «Löwen» Wirt Jean Siber und anschliessend ein Gefecht mit Kanonendonner und Schwärmern im Breitiland, die das ganze organisierte.

Fasnacht zu Beginn der Dreissigerjahre

In den Zwanziger- und Dreissigerjahren war es vor allem der Turnverein, der sich auch für das Fasnachtstreiben mächtig einsetzte und an Bühnenfasnachten und Umzügen mitwirkte. Eine der berühmtesten Bühnenfasnachten war das Spiel «Völkerbund oder Abrüstungskonferenz». Die Delegierten aller Nationen marschierten im Unzug durch das Dorf und zur Bühne beim Primarschulhaus. Auch die Olympiade in Berlin 1936 gab Anlass zu fasnächtliche Höhepunkten.

Durch die Kriegszeit verschwanden die Bassersdorfer-Bühnenfasnachten. Nach dem Krieg führte Heiri Burkhart die Kinderumzüge. Seit 1956 organisiert das Fasnachtskomitee FA-KO-BA die Dorffasnacht mit dem grossen Umzug am Sonntagnachmittag. Das FA-KO-BA feiert 2005/06 ihren 50. Geburtstag.

Das FA-KO-BA Trottinett, am Steuer Freihof-Wirt Ruedi Suri.

Video Dokumentation über die Bassersdorf Fasnacht (siehe unter Dokumentation / DVD/Filme).
Literatur über die Bassersdorf Fasnacht (siehe unter Dokumentation / Literatur).