Die Pfarreien von Bassersdorf

Die Kirche in Bassersdorf

Reformierte Kirche Bassersdorf (Radierung um 1940)
Taufstein von 1856 (Aufnahme 2007)

Auf eine 600jährige Geschichte blickt die behäbige Bassersdorfer Kirche mit ihrem Käsbissenturm zurück. Zwar waren die Anfänge bescheiden: Je eine Kapelle stand im Dorf und in der Breiti (um 1370 bezeugt). Hier aber konnte man bloss einmal im Monat die Messe hören. Für Trauungen, Taufen und Beerdigungen war die Mutterkirche in Kloten zuständig. So geschah es immer wieder, dass Bassersdorfer ohne letzte Ölung starben, oder auf dem winterlichen Weg zur Taufe nach Kloten sollen sogar Säuglinge erfroren sein. Endlich, am 20. Oktober 1509 erhielt die Kapelle Bassersdorf einen Taufstein und wurde so zur Taufkirche erhoben.

Glockenstuhl der reformierten Kirche Bassersdorf (Aufnahme 2008)

Der Privatpakt mit dem Vatikan trug Früchte. Bereits 1509 ist eine Kaplanei bezeugt. Unter dem ersten namentlich bekannten Kaplan, dem 1520 verstorbenen Andreas Keller, wurde die Kapelle erweitert und mit einem Geläute versehen. Um 1520 brachte die Reformation einen weiteren Ausbau. Der erste reformierte Pfarrherr, Michael Zinniger (1520-1545), erhielt ein eigenes Pfarrhaus – das heutige alte Gemeindehaus. In immer neuen Bauetappen wuchs die Kirche zu ihrer heutigen Form heran. Das 17. Jahrhundert brachte ein grösseres Schiff und den Kirchturm samt Glockenstuhl in seiner heutigen Form. Vor rund hundert Jahren wurde das Schiff ein weiteres Mal verlängert. 1925 fügte man den Aussenaufgang zur Empore an und die Renovation 1963/64 brachte eine neue Orgel und die Ergänzung des Geläutes durch eine fünfte Glocke.

 

Renovierte reformierte Kirche Bassersdorf (Aufnahme 2006)

2006 / 2008 erstrahlt die reformierten Kirche nach einer umfassenden Aussen- und Innenrenovation im neuen Glanze (zusätzliche Bauten aussen: neue Vorhalle; innen: Einbau einer «Bühne»).

Kapelle Breite (Aufnahme 2006)

Über all dem ist die Kapelle in der Breite nicht vergessen gegangen. Noch heute ist der Bassersdorfer Pfarrer verpflichtet, hier einmal im Monat zu predigen und immer häufiger beschliessen Brautleute ihren Ehebund in diesen ehrwürdigen-idyllischen Mauern zu schliessen.

Franziskus-Pfarrei Bassersdorf-Nürensdorf

Römisch-katholische Kirche Bassersdorf (Aufnahme 2008)

1960 Viele Jahre lang gehörten Bassersdorf und Nürensdorf zur Pfarrei Christkönig, Kloten. Von dort aus wurden sie seelsorgerisch betreut, und die Katholiken mussten in Kloten die Gottesdienste besuchen. Bereits in den Sechziger-Jahren wurden, zuerst im alten Sekundarschulhaus, später im Singsaal des Schulhauses Mösli in Bassersdorf Gottesdienste gefeiert.

Nachdem 1972 das Kirchenzentrum in Kloten eingeweiht worden war, kam verständlicherweise der Wunsch nach einer eigenen Kirche in Bassersdorf auf. Da die Schulden vom Zentrumsbau in Kloten her noch sehr gross waren, beschloss die Kirchgemeinde, eine provisorische sogenannte 'Fastenopferkirche' zu bauen, ein Bau aus vorfabrizierten Beton-Elementen. Nur rund neun Monate nach dem ersten Spatenstich (19. April 1973) segnete Bischof Johannes Vonderach die Kirche ein und weihte sie dem Heiligen Franziskus von Assisi (am 15. Dez. 1973).

Das Bauernhaus, das zum Grundstück gehört, wurde 1978 so weit saniert, dass es als Pfarrhaus benutzt werden konnte, und im Jahre 1979 verlegte Pfarrvikar Leo Ehrler seinen Wohnsitz von Kloten nach Bassersdorf an die Bahnhofstr. 13.

1983 ernannte Bischof Johannes Vonderach das Pfarrvikariat, das kirchenrechtlich noch immer dem Pfarrer von Kloten unterstand, zur eigenständigen Pfarrei St. Franziskus, Bassersdorf-Nürensdorf. Damit wurden aber die Verbindungen der beiden Pfarreien nicht abgebrochen, sondern sie bestehen bis heute weiter in seelsorgerlicher Zusammenarbeit, in der gemeinsamen Herausgabe des Pfarrblattes und vor allem, weil beide Pfarreien zur gleichen Kirchgemeinde Kloten-Bassersdorf-Nürensdorf gehören.

Wegen Platzmangel entstand 1988 als Erweiterung der Kirche das Franziskuszentrum, das von Anfang an nicht nur mit kirchlichen, sondern ebenso mit «weltlichen» Anlässen sehr gut belegt ist.

1994 musste der einsturzgefährdete Dachstuhl des rund 180-jährigen Pfarrhauses an der Bahnhofstrasse saniert werden.

Von Juli bis ca. Oktober 2000 werden die Scobalit-Fenster-Elemente und die Isolierung der Kirche erneuert.

Methodistenkapelle Bassersdorf

Methodistenkapelle (Aufnahme um 1915)

1908 erstellt die evangelisch-methodistische Kirchgemeinschaft für ihre Gläubigen eine Kapelle in Bassersdorf. In den Jahren nahmen die Mitglieder stark ab, was zum Entschluss führte die Kapelle zu veräussern. 2003 wurde sie schliesslich verkauft.

Die Gläubigen steht unter anderem in Embrach eine renovierte Kapelle, der dortigen evangelisch-methodistische Kirchgemeinschaft, zur Verfügung.