Dünger zur Steigerung der Ernteerträge

Seit der Bronzezeit wurden landwirtschaftlich genutzte Felder zur Steigerung der Ernte mit tierischen und menschlichen Fäkalien bestreut.

Da in der Regel nur wenige Tiere gehalten wurde, stand Mist nur in begrenzten Mass zur Verfügung und das Ausbringen der Jauche erforderte zwei Voraussetzungen: man musste die Einrichtung des Viehstalls so gestalten haben, um die Jauch separat aufzufangen und es benötigte Behälter, mit denen man die Jauche aufs Feld fahren konnte. In den Ställen versickerte die Jauche meist im Boden, was auch zur schlechten Trinkwasserqualität der Hausbrunnen beitrug. Mit einer sogenannten Mistrinne konnte die Jauch in einer grosse Grube aufgefangen werden.

Mit Hilfe von Schöpfkellen oder Jauchepumpen wurde der flüssige Dünger in Fässer verladen und dann auf dem Acker verteilt. Dadurch wurden den Pflanzen wichtige Mineralstoffe zugeführt, die wesentlich zum besseren Wachstum beitrugen. Noch heute ist diese eine der wichtigsten Düngemethoden. Bewohner oder Durchreisende eines ländlichen Gebietes nehmen dieses oft zuerst mit der Nase wahr, wenn wieder einmal ein Landwirt seine fruchtbringende, aber stinkende Fracht, die Gülle, auf dem Acker ausbringt.

Das Ausbringen des Mistes war ebenfalls arbeitsreich. Die Erfindung mechanischer Miststreuwagen im beginnenden 20. Jahrhundert erleichterte diese Arbeit erheblich. Mit dem Aufkommen des Mineraldüngers verlor der Mist an Bedeutung.

Im 19. Jahrhundert begann man auch Asche, kohlensauren Kalk und Mergel als Dünger zu verwenden.

Mit der Entwicklung der sogenannten Agrikulturchemie, sprich der künstlichen Herstellung von Düngern, gelang es, die Ernteerträge zu optimieren. Schon 1550 hat der Franzose Palissy auf die Bedeutung der löslichen Salze in den Düngemitteln verwiesen, jedoch ohne Erfolg. Erst der Chemiker Justus von Liebig gelang es, einen Umdenkungsprozess in Bewegung zu setzen. Um 1840 konnte er die wachstumsfördernde Wirkung von Stickstoff, Phosphaten und Kalium nachweisen.

Zwischen 1905 und 1908 entwickelte der Chemiker Fritz Haber die kakalytische Ammoniak-Synthese. Der Industrielle Carl Bosch gelang es daraufhin, ein Verfahren zu finden, das die Grundlage der Produktion von synthetischem Stickstoff-Dünger, im Volksmund «Kunstdünger» genannt.

Seit dem Zweiten Weltkrieg brachte die Industrie immer wirksamere und gezielter einsetzbare chemische Düngemittel auf den Markt. Im letzten Viertel des 20. Jahrhunderts geriet der synthetische Dünger jedoch zunehmend in die Kritik, da seine übermässige Verwendung für verschiedene ökologische Schäden, wie Ermüdung des Bodens, Sauerstoffmangel, Fischsterben, verantwortlich gemacht wurde.

Quellennachweis

Literaturverzeichnis

Dünger zur Steigerung der Ernteerträge 

Landwirtschaftsmuseum Rhede DE
wikipedia: Dünger