Bestellung der Felder

Dreifelderwirtschaft und Flurzwang

Die Dreifelderwirtschaft war die seit dem Mittelalter um etwa 1100 n Chr in Europa die weitverbreitete Bewirtschaftungsform in der Landwirtschaft. Die Römer kannten schon die Zweifelderwirtschaft («Landwechsel») und wandten diese auch nördlich der Alpen an. Im Hochmittelalter wurde dann ausgehend von karolingischen Klöstern, nach Einführung der neuen Gerätschaften des 11. Jhdt flächendeckend das Dreifeldsystem eingeführt.
Bei der Dreifelderwirtschaft, die sich im europäischen Mittelalter über Jahrhunderte als dominante Anbauform erhalten konnte, liegt die Fläche ein Jahr brach, das heisst sie wird nicht bearbeitet und natürlicher Aufwuchs als Weide genutzt. In der Regel wurde im Herbst gepflügt und ein Wintergetreide ausgesät. Das überdauert den Winter und wird im folgenden Spätsommer geerntet. Nach nochmaligem Pflügen und regelmässiger Bodenbearbeitung bis zum Frühjahr (zur Unkrautbekämpfung) wurde ein Sommergetreide ausgesät, das wiederum im Spätsommer geerntet wird. Bis zum nächsten Herbst wurde die Fläche sich selbst überlassen und begrünt sich von alleine. Es gab jedoch auch die «Scharzbrache» wobei der Boden regelmässig bearbeitet wurde um die Fläche auf lange Sicht weitgehend unkrautfrei zu bekommen, was wiederum die Getreideerträge positiv beeinflussten. Jedoch können über den Winter einige Nährstoffe ausgewaschen werden (vor allem Stickstoff). Dadurch wurden die erzielten Erträge auf ein gewisses Mass beschränkt.
In der Verbindung mit der Entwicklung des schweren Eisenpfluges wurden die Ernteerträge durch die Dreifelderwirtschaft deutlich erhöht. Zudem ermöglichte die Dreifelderwirtschaft den verstärkten Anbau von Sommergetreide wie Hafer, durch den wiederum die Pferdehaltung ermöglicht wurde. Pferde lösten im Hochmittelalter die Ochsen als Zugtiere ab, weil sie schweren Pflüge ziehen können und schneller arbeiten, somit die landwirtschaftliche Effektivität erhöhen.

Als Flurzwang wird die kollektive Bewirtschaftungsform bezeichnet, der allerdings nicht nur in der Dreifelderwirtschaft praktiziert wurde. Erfolgte die Dreifelderwirtschaft zunächst als Fruchtfolge individuell auf dem jeweils eigenem Besitz, so entwickelte sich im Hochmittelalter die sogenannte Dreifelderwirtschaft oder Zelgengebundene Dreifelderwirtschaft, bei der die gesamte Ackerfläche einer Dorfgemeinschaft in drei Grossfelder geteilt wurde, die im gleichen Rhythmus bebaut wurden. Dadurch konnten Überfahrtsrechte und Zugangswege sowie Wendeflächen für den Pflug entfallen, das Land konnte effektiver genutzt werden. Die Hinwendung zur Zelgenwirtschaft war auch durch das Erbrecht bedingt. Durch die Erbteilung waren die Parzellen immer kleiner geworden. In den besonders intensiv genutzten Gewannfluren waren viele Parzellen nicht mehr an Wegen angebunden. Jede Zelge bildete eine Bewirtschaftungseinheit aus etlichen Parzellen innerhalb derer sich alle Besitzer nicht nur die vereinbarte Anbaufrucht, sondern auch an gemeinsam festgelegte Saat-, Bearbeitungs- und Erntezeiten zu halten hatten.

Durch diese mittelalterliche Neuerung wurde in Europa die Grundlage für ein starkes Bevölkerungswachstum geschaffen, das erst die Pestwelle in der Mitte des 14. Jahrhunderts beendet wurde. Nach der allgemeinen Verbreitung der Kartoffeln in Europa wurde die Brache durch eine Ackernutzung (vor allem Rotklee, Kartoffeln, Rüben) ersetzt. Dieses System wird auch als verbesserte Dreifelderwirtschaft bezeichnet. Ab dem 18. Jahrhundert fügte man teilweise ein weiteres Anbaujahr mit Futterpflanzen zur Versorgung der Nutztiere in die Fruchtfolge ein (Vierfelderwirtschaft).

Geräte und Maschinen steigern die Erträge

Geräte und Maschinen erleichterten die Arbeit und steigende Leistungen in der Landwirtschaft. Immer weniger Arbeitskräfte mussten in immer weniger Zeit die Arbeiten erledigen.

Die vollständige Mechanisierung und Motorisierung der Landwirtschaft erfolgte ab den 1950er Jahre und lösten einen Wandel der Betreibsinfrastrukturen und der Produktionsbedingungen aus.

Bei der Getreideernte (Hans Bachmann, 1852-1917)

Quellennachweis

Literaturverzeichnis

Die Dreifelderwirtschaft     Dreifelderwirtschaft / wikipedia
Vom Jager und Sammler zum Bauern    Landwirtschaftsmuseum Rhede DE