Soldaten im Dorf 1939–1945

1934 wurde der Passive Luftschutz gegründet. Im Gegensatz zum Aktiven Luftschutz, der Fliegerabwehrtruppe der Armee, war der Passive Luftschutz der Schutz der Bevölkerung während eines Krieges. Aus diesem folgte später der Zivilschutz.

Prot vom 28.03.1938 Versicherung bei Verdunkelung:

Die Luftschutzstelle des Kantons Zürich teilt mit, dass der Schweizerische Feuerwehrverein bei Verdunkelungsübungen allfällige Unfälle der Feuerwehrleute ablehnen werden, und offeriert die Luftschutzstelle eine Versicherung speziell für diese Zwecke mit folgenden Bedingungen:
Leistungen der Versicherung:
Im Todesfalle werden Frk 10,000.-
bei Jnvalidität 25,000.-
bei Arbeitsunfähigkeit 10. Frk. pro Tag bis inkl. den 10 Monat pro Tag bis inkl. Frk. 2,000.- Heilungskosten bezahlt.

Der Gemeinderat beschliesst: Die Kommission & 4 Mann der Feuerwehr zu versichern.

Am 01.09.1939 brach der Zweite Weltkrieg aus. Die Schweizer Armee wurde auf den 03.09. mobilisiert und vereinigte Bundesversammlung wählte den Waadtländer Oberstkorpskommandant Henri Guisan zum General.

Mit dem Operationsbefehl Nr 1 vom 01.09.1939 (Mobilmachungsaufstellung) bis zum Operationsbefehl Nr 2 vom 01.10.1939 (Bezug Limmatstellung) werden Truppen in Bassersdorf und Umgebung stationiert:

  • Kommandoposten 6. Div: Bassersdorf (Löwen);
  • Div Trp der 6. Div: Bassersdorf-Baltenswil-Brüttisellen;
  • Art Abt 18 (Art Rgt 6): Nürensdorf-Breite-Birchwil-Oberwil.

Das Inf Rgt 26 erstellt im Eigental, Raum Schwelli (Oberembrach Wald Edlibruck und Schwellihau) eine Sperre und im Hohlberg (Abseits der Eigentalstrasse) 2 Unterstände / Magazine.

Der Raum zwischen Grenzbrigaden und Limmat wurde mit Bezug der Limmatstellung durch die Leichte Brigade 3 (motorisierte Einheiten, Radfahrer und Kavallerie) mit Verzögerungskampf verteidigt.

Mehrheitlich waren seit dem Oktober 1939 in Raum Bassersdorf- Nürensdorf Brütten Fliegerabwehr-Einheiten im Dienst.

Am 05.07.1940 erfolgt der Befehl vom Armeekommando Ortswehr zu bilden, bestehend aus nicht mehr dienstpflichtigen Männer und ausgehobenen Rekruten. Auch hier in Bassersdorf wurde eine Ortswehr aufgestellt.

In den Prot des Gemeinderates Bassersdorf sind ab 1943 vermehrt Einträge betreffend Armee und Truppen festgehalten

Prot vom 30.12 1943 Kdo. L. Rgst. 5:

Das Kommando des L. Rgt. 5 verdankt dem Gemeinderat das Weihnachtsgeschenk von Frs. 100.- zugunsten der Unterstützungskasse in einer zeichnerischen Danksagung.

Prot vom 13.01.1944 Kdo Mot. Mitr. Kp. 6:

Mit Schreiben vom 31. Dezember 1943 verdankt das Kommando der mot. Mitr. Kp. 6 die Weihnachtsgabe der Gemeinde.

Prot vom 24.02.1944 Baracken:

  • An der Gemeindeversammlung vom 28. Januar 1944 hat Herr Lehrer Blaser die Anregung gemacht, die Gemeinde möchte für die Unterbringung von Truppen Baracken anschaffen, damit die Schulhäuser bei Einquartierung entlastet würden.
  • Der Gemeinderat hat die Angelegenheit geprüft und beim E.M.D. in Bern um Stellung von 2 Militärbaracken ersucht.

Prot vom 24.02.1944 Sekundarschulpflege:

  • Mit Schreiben vom 14. Februar 1944 ersucht die Sekundarschulpflege den Gemeinderat, dahin zu wirken, dass bei Einquartierung von Truppen in Zukunft die Schulhäuser nicht mehr belegt werden.
  • Der Sek. Schulpflege wird geantwortet, dass der Gemeinderat bereits beim E.M.D. in Bern die Stellung von zwei Baracken nachgesucht hat.

Prot vom 24.02.1944 Baracken:

Auf unser Gesuch an das E.M.D. in Bern um Lieferung von 2 Militärbaracken teilt das Kdo. der Flieger- und Fliegerabwehrtruppen mit, dass in nächster Zeit in Bassersdorf keine Flab-Truppen einquartiert würden. Somit wäre unser Gesuch vorläufig erledigt.

Prot vom 24.02.1944 Kdo. Mot. Mitr. Kp. 6:

Das Kommando der mot. Mitr. Kp. 6 hat mit Schreiben v. 16. Februar 1944 dem Gemeinderat die freundliche Aufnahme seiner Truppen in unserer Gemeinde bestens verdankt.

Prot vom 29.08.1944 Luftschutz-Feuerwehr:

Vom Kreisschreiben vom 8. August 1944 der Direktion des Innern des Kantons Zürich betr. Subventionierung von Ausrüstungsgegenständen der Luftschutzfeuerwehr, wird Kenntnis genommen.

Prot vom 23.10.1944 Militärküche:

Auf telef. Anfrage des Kommandos der Ter. Kp. 143 wird beschlossen, den Boden in der Militärküche beim Freihof neu erstellen zu lassen. Gleichzeitig soll ein Abwaschtrog zum Preis von Frs. 50.- angeschafft werden.

Prot vom 03.11.1944 General Guisan:

Der Oberbefehlshaber der schweiz. Armee, Herr General Guisan verdankt die ihm vom Gemeinderat gesandten Glückwünsche zum 70. Geburtstag. Vormerk am Protokoll wird beschlossen.

Prot vom 24.11.1944 Soldatenweihnachten:

Die diesjährige Sammlung für die Soldatenweihnacht wird der Sekundarschule übertragen.

Prot vom 24.11.1944 Ter. Füs. Bat.143:

Das Kommando des Ter. Füs. Bat. 143 hat mit Schreiben v. 22.11.1944 dem Gemeinderat die freundl. Aufnahme in der Gemeinde Bassersdorf anlässlich des 4-wöchigen Aktivdienstes verdankt

Prot vom 01.02.1945 Ter. Füs. Bat.143:

Das Kdo des Ter. Füs. Kp. 184 verdankt dem Gemeinderat die freundliche Aufnahme seiner Truppe anlässlich des Aktivdienstes vom 18. Dezember 1944 bis 18. Januar in unserer Gemeinde

Prot vom 07.06.1945 Kriegsfeuerwehr:

Gemäss Kreisschreiben der Direktion des Innern vom 24. Mai 1945 können die Kriegsfeuerwehren unter Verdankung der geleisteten Dienst entlassen werden. Auf Antrag von Gemeinderat Lienhart wird beschlossen, den Feuerwehrleuten anlässlich der Entlassung den doppelten Sold auszuzahlen.

Während des Aktivdienstes 1939-1945 waren 80 Armee-Einheiten mit total 981 Diensttagen (2¾ Jahre) im Dorf einquartiert und belegten das Primarschulhaus. Die Schule wurde in den Turnschopf, später in die Methodistenkapelle ausgelagert.